Kouzina Mezedes & Cocktailbar

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Sonnenstraße 4, 66740 Saarlouis, Deutschland
4 Sonnenstraße Saarlouis Saarland 66740 DE

Authentisches Griechenland

An neuer Stätte macht das „Kouzina Mezedes & Cocktailbar” in Saarlouis weiter. Nach zehn Jahren zog es die Brüder Messiakaris von den Kasematten in die Altstadt. Und die Stammkundschaft ist den Weg mitgegangen.

Zehn Jahre hatten die Brüder Messiakaris, von ihren Gästen freundschaftlich Dinos und Babi genannt, in den Saarlouiser Kasematten ihr Restaurant. Kürzlich lief der Mietvertrag mit der Stadt Saarlouis allerdings aus, und die beiden wollten sich verändern. Sie orientierten sich in Richtung Altstadt der französischsten aller saarländischen Städte. Das neue „Kouzina” in der Saarlouiser Altstadt ist groß. Viel spielt sich, allerdings sehr geräumig mit vielen Tischen, rund um die Theke ab. Es gibt im hinteren Bereich aber auch noch einen weiteren, ruhigeren Raum. Das stilvoll eingerichtete Restaurant kommt an. Auf Tafeln sind die Tagesangebote als Tellergerichte angeschrieben, für die Mittagspause gedacht. Eine große Tafel hängt hinter der Theke, auf der kann ich lesen: Grillteller mit Hacksteak, Lammkotellets, Hähnchenbrustfilet, Schweinefilet, Zaziki und Pommes Frites, frische Muscheln in Safran-Ouzo-Sauce und Kalbskotellet vom Grill mit Patatas und Zaziki.

Doch zurück zu den Anfängen. Als sie vor zehn Jahren in den Kasematten anfingen, mussten sie ihre Gäste erst von ihrer Mezedeskultur überzeugen. Nach wenigen Jahren brummte der Laden so, dass sie einen Durchbruch machen und ein weiteres Ladenlokal anmieten mussten. Hier war zwar die Cocktail-Lounge, doch wenn es drüben voll war, konnte man auch hier tafeln.

Ich war in all den Jahren häufiger da. Und wenn man etwas herumgekommen ist, weiß man, solch eine Küche hat jede Menge Spannendes zu bieten. Auch in Griechenland wurde nicht immer so gegessen. Doch eine junge Generation in den 70er-Jahren lebte anders als ihre Vorfahren. Man aß abends öfters mal nicht bei Mama, sondern traf sich in der Taverne auf ein, zwei Ouzo. Oder auf eine Flasche Wein. Und wie in anderen Ländern Südeuropas, beispielhaft seien hier Spanien oder Italien genannt, trinkt man dort nicht, ohne zu essen. Dieses Essen wird in kleinen Portionen gereicht und kann sehr vielfältig sein. In Deutschland gab es auch vor 50 Jahren an der Theke Solei, zwei warme Würstchen, Frikadelle oder Hackschnittchen zum Bier. Dies hat sich größtenteils auch in deutschen Kneipen verändert. Es sei denn, der Wirt macht hervorragende Hackschnittchen oder Frikadellen, gerne auch mit hausgemachtem Kartoffelsalat. Was gut ist, bleibt meistens!

Mezedes bedeutet Appetithäppchen

Mezedes, was ist das? Die deutsche Übersetzung „Appetithäppchen” deckt nicht die ganze Bedeutung des Wortes ab, denn die zu Getränken gereichten Mezedes dienen nicht der Appetitanregung, sondern sind als ursprüngliche Geste der Gastfreundschaft zu verstehen. Mit Ausbreitung des Massentourismus in Griechenland war das früher selbstverständliche Reichen von Mezedes im Rückzug begriffen. In Griechenland hat sich damals sogar ein neuer gastronomischer Zweig entwickelt, die „Mezedopolia”, der sich auf den Verkauf von Mezes-typischen Speisen spezialisiert hat. Und genau diese Lebensart versuchen die beiden im Kouzina in Saarlouis zu leben.

Bereits vor dem „Kouzina” waren sie gastronomisch aktiv, doch der Erfolg kam mit der Umstellung. Dino Messiakaris betont: „Angefangen haben wir in einem Restaurant mit ganz normaler griechischer Küche. Im Februar 2012 haben wir das Kouzina eröffnet. Mit neuen Ideen, unserer Meinung nach ist diese Küche die authentischere. Es ist nun mal typisch in Griechenland, mit vielen Leuten am Tisch zu sitzen, auf dem viele Kleinigkeiten stehen, sich mit Freunden ein Essen zu teilen. Mezedes bedeutet halt Appetithäppchen, und so kann man sehr abwechslungsreich essen. Es ist ein sehr kommunikatives Essen.”

Und tatsächlich, Gäste kommen und bestellen die Mittagsauswahl. Neben uns am Tisch zwei Französinnen mit einer halben Flasche Rotwein natürlich. Trotz all der Coronavorschriften lassen die Stammgäste Dinos und Babi nicht im Stich. Das hebt die Moral bei den Gastronomen in diesen Zeiten …

Ich bestelle, wie bei einem Menü, kalte und warme Mezedes. Tsipoura, Doradenfilet vom Grill, dazu Grillgemüse, Olivenöl und Oregano. Und Oktopus-Carpaccio mit Rucola & Parmesankäse in Zitrus-Olivenöl. Weiterhin Haloumi Psito, dies ist ein würziger Käse aus Zypern vom Grill mit Tomatenscheiben, Olivenöl und Oregano. Und noch Sardeles, gebratene Sardinen mit hausgemachter Remoulade, Rosmarin & Fleur de Sel.

Das Doradenfilet schmeckte mir hervorragend. Ein klein wenig mit Pfeffer, Oregano und Limone beträufelt. Nicht aufdringlich, aber auch nicht überwürzt. Hier schmeckt das Produkt nach Produkt. Deshalb kam ich auch hierher. Das Doradenfilet war auch nicht zu lange gebraten. Immer sehr wichtig bei so einer Bestellung. Das Grillgemüse war knackig frisch. Als wäre es im Wok angeschwenkt mit einem Hauch von Oregano und Pfeffer. Köstlich.

Die Produkte stehen im Mittelpunkt

Bei so einem Essen bestelle ich mir fast immer Sardinen. Ich liebe Sardinen. Und auch hier, wie ich es erwartet habe, kurz angebraten, gewendet, etwas Fleur de Sel sowie Pfeffer, fertig! Die Remouladensauce brauche ich nicht und rühre sie nicht an. Auch das Oktopus-Carpaccio mit Rucola und Parmesanspänen in etwas Zitrus-Olivenöl lässt keine weiteren Wünsche offen. Die Küche des europäischen Südens hat keine dicken, hellen Saucen. Die möchte ich auch nicht bei so einem Essen. Ich finde das so viel authentischer. Vor allem, wenn die Rohprodukte so schmecken wie heute.

Käse schließt den Magen. Also kommt der Käse zum Schluss. Würzig, kein Nichtschmecker, pikant, warm, passt! Die griechischen Weine lernte ich vor Jahren auf Santorini kennen und schätzen. Ich besuchte damals einige Weingüter mit Kellerprobe. Wie in so vielen Ländern Europas gibt es da junge Winzer, die ihr Handwerk verstehen. Deshalb folgen Sie hier dem Rat des Chefs. Ich nehme einen Soxos, aus dem Hause Sokossa. Mal keine griechische Rebe, sondern ein trockener Chardonnay. Angebaut im Gebiet des Berges Kithairona, auf 460 Meter Höhe bei ausgezeichnetem Mikroklima. Weinlese dort ist immer Anfang September. Die Kelterung findet in einer modernen Anlage statt. Er schmeckt fruchtig und würzig, ohne so körperreich zu sein, wie man dies von einem Chardonnay aus Burgund kennt. Ein hervorragender Essensbegleiter!

Sie haben hier auch einen Cabernet Sauvignon, der vom Meininger-Führer 2021 ausgezeichnet wurde. Doch was soll ich mit so einem schweren Rotwein zu Fischgerichten? Wenn ich mir Lamm in allen Variationen bestellt hätte, dann hätte ich ihn genommen. Doch Griechenland ist vom Meer umspült, da gibt es erst mal etwas aus dem Meer. Das nächste Mal, bei Lammbraten, weiß ich aber, was ich hier bestelle.

 

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