Landhotel Saarschleife

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Cloefstraße 44, Orscholz 66693 Mettlach, Deutschland
44 Cloefstraße Mettlach Saarland 66693 DE

Genuss über alle Grenzen hinweg

Einer der Leuchttürme für regionale Spezialitäten im Land liegt in Orscholz. Nur ein paar Schritte vom saarländischen Wahrzeichen mit fast dem gleichen Namen befindet sich das „Landhotel Saarschleife”.

Die Betreiber und ihre Mitarbeiter sind Moselfranken, Saarländer und Bürger der Großregion. Sie sind tief verwurzelt in der Geschichte des Dreiländerecks mit Saarländern, Rheinland-Pfälzern, Luxemburgern und Lothringern. Hier geht es über alle Grenzen hinweg. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich mit dem Hausherrn Michael Buchna vor ein paar Jahren zum Eislieferanten des Hotels nach Lothringen fuhr, den er mir vorstellen wollte. Hier wird Europa tagtäglich gelebt. Sie arbeiten hier mit Begeisterung, ihr Beruf ist Berufung. Sie fühlen sich der handwerklichen Tradition verpflichtet, haben aber auch Weiterentwicklung und Innovation immer im Auge.

22 Gäste können exklusiv in der Küche speisen

Die Geschichte des Hauses reicht bis 1935 zurück. In diesem Jahr begannen die Bauarbeiten für das „Landhotel Saarschleife”. 2005 übernahmen Sabine und Michael Buchna in der dritten Generation die Geschicke des Hauses. Und seit dieser Zeit wird weiterentwickelt, umgebaut, angebaut und das Angebot für die Gäste erweitert. 2013 ist die nächste Generation in die Arbeit eingestiegen: Rebecca Buchna sowie Vanessa und ihr Mann und der heutige Küchenchef Christian Münch-Buchna. Ihr Anspruch in beiden Restaurants des Hauses ist: eine kreative, frische Küche mit ökologischer Nachhaltigkeit zu fairen Preisen. Dabei verwenden sie überwiegend Zutaten von den besten regionalen Produzenten. Über alle Grenzen hinweg.

Die beiden Restaurants des Hauses heißen „Dorfküche” und „Landküche”. Das Essen kommt aus einer Küche, in der Christian Münch-Buchna die Ansagen macht. Seit Anfang 2020 ist hier alles so installiert und umgebaut, wie der Küchenchef es vorgab. Er beschreibt seinen Arbeitsplatz: „Wir arbeiten hier in einer sehr modernen Küche, so, wie es unseren Vorstellungen entspricht. Auch vom Energetischen her haben wir vieles verändert. Wir haben etwa einen Energiespar-Salamander eingebaut. Die Arbeitstische sind in der Höhe verstellbar, sodass sie an die Größe des jeweiligen Mitarbeiters anpassbar sind. Abends ist das dann unser ‚Christians Küchentisch‘, hier können bis zu 22 Gäste exklusiv Platz nehmen. Sie essen dann in der Küche und können miterleben, wie unser Abendservice läuft.”

Das geht auf Tradition und Familiengeschichte zurück. Denn Michael Buchna saß als Kind dort immer bei seiner Großmutter, um ihr beim Kochen zuzusehen. Christian Münch-Buchna ist begeistert von Traditionen. Allerdings möchte er diese in die Zukunft mitnehmen. Das beginnt bei ihm selbst und wie er ein Kotelett brät. Und beim Gänsemenü wird die Gans in diesem Haus auch noch am Tisch tranchiert. Man sollte nicht alles neu erfinden, sagt er mir, aber man kann vieles in die aktuelle Zeit transportieren.

Was erwartet den Gast kulinarisch in den beiden Restaurants? Nun, die „Dorfküche” hat eine bodenständige Küche vom Schnitzel über Viez-Hasen bis hin zum Rehragout. Natürlich kommt das Wild hier aus der Region, es wurde fünf Kilometer weiter im Wald geschossen. Der Einfall mit dem Viez-Hasen entstand übrigens bei einem Familienurlaub. Beim Kartenspielen kam ihnen die Idee, etwas Unverwechselbares anzubieten. Praktisch als Visitenkarte ihrer „Dorfküche”. Sie haben diese rigide Trennung der Küchen nun seit einem halben Jahr im Haus. Und der Erfolg gibt ihnen recht.

Natürlich ist dieses Konzept vor allem auf die Hotelgäste zugeschnitten, die so zwischen „Dorfküche” und Kaminzimmer die Wahl haben. Schon bei der Präsentation der beiden Speisekarten sieht man: Die eine ist etwas lockerer gestaltet, die andere etwas exklusiver. Denn im Kaminzimmer wird die „Landküche” serviert. Dort ist alles etwas feiner.

Die Sauce ist die Visitenkarte – und überzeugt restlos

Mir gefielen beide Speisekarten so gut, dass ich von beiden etwas goutieren wollte. Und dies war kein Fehler, denn gut gekochte Bistroküche hat immer etwas. Etwa der Viez-Hase: in Viez – das ist der saarländische Ausdruck für Apfelwein – geschmorte Kaninchenkeulen mit konfierten roten Zwiebeln. Diese sind etwas süßer als andere und passen genau zu diesem Gericht. Dazu „Schnippelbohnen”, wie sie Großmutter früher aus Bohnen zubereitete, die sie morgens aus dem Garten holte. Und dann noch Kartoffelstampf. Ein Traum! Auf der großen Speisekarte der „Landküche” fand ich Heilbutt. Dazu gibt es Blutorangen-beurre blanc, Coppachip, Tempura-Romanesco und Safranrisotto. Aber hallo! Was für ein wohl durchdachtes Gericht. Was für ein Geschmack! Die Sauce ist die Visitenkarte des Kochs. Und die Visitenkarte von Christian hat mich restlos überzeugt!

Dann las ich noch: frisch gebackene Waffeln mit heißen Zwetschgen, Vanilleeis und Schlagsahne. Ich habe dieses Dessert lange nicht mehr gegessen, erinnere mich aber nicht, es jemals so geschmackvoll erhalten zu haben.

Pierre Näke, der Restaurantleiter, präsentiert in beiden Restaurants die außergewöhnliche Weinkarte des Hauses. Diese ist eine wahre „Bibel des Guten und Regionalen”. Ich kenne kaum eine andere Weinkarte im Saarland, bei der die saarländischen Winzer in dieser Vielfalt verzeichnet sind. Hier sind Betriebe mit ordentlicher Standardqualität bis zu Kreszenzen aus Häusern mit Weltruf aufgeführt. Auf dieser Karte findet jeder Weinliebhaber besondere Tropfen der Region – wirklich ganz besondere Tropfen.

Dabei werden auch so herausragende Weinbaugebiete wie Nahe, Pfalz, Baden und Ahr nicht vergessen. Bei den Weinen von Mosel und Saar finde ich, neben den Winzern, die es zu entdecken gilt, die großen Namen aus dem Saarland: Petgen-Dahm, Schmitt-Weber, Ollinger-Gelz und Karl Petgen. Von der Saar, also nicht aus dem Saarland, lese ich: Geltz-Zilliken, Dr. Wagner, Van Volxem, Van Othegraven, Schloss Saarstein und Markus Molitor. Und das geht bei Mosel und Nahe so weiter. Namen, die für eine besondere Qualität stehen, sind hier gelistet. Selbstverständlich hat diese Weinkarte auch besondere Tropfen aus Frankreich, Luxemburg, Italien und Österreich.

Die Auszeichnung „Genuss-Gastwirt” freut ihn riesig

Damit es nicht verloren geht: Christian Münch-Buchna ist ein großer Koch. Es würde mich nicht wundern, wenn er in Zukunft noch die eine oder andere Auszeichnung erhalten würde. Denn diese wäre verdient! Eine hat er vor ein paar Monaten bereits erhalten: Er ist Saarlands „Genuss-Gastwirt.”

Und diese Auszeichnung des saarländischen Wirtschaftsministeriums ist bei Köchen sehr begehrt. Er ist auch sehr stolz auf den Titel, wie er mir erzählte: „Meine Motivation zu gewinnen war enorm. Mein Schwiegervater Michael war ja bereits bei zwei Wettbewerben dieser Art beide Male Zweiter. Also, musste die Auszeichnung endlich nach Orscholz! Ich wollte diese Medaille unbedingt nach Orscholz bringen. Ich entwickelte mein Gericht ‚geschmolzene Rehmaultaschen mit Quittenespuma und Viez-Apfelsauerkraut‘. Da ist Verbindung von Handwerk und Tradition drin. Die Medaille trage ich sehr gerne. Wenn ich unser Haus irgendwo präsentiere, trage ich sie. Ich präsentiere ja auch damit unser Bundesland. Und es war ja nicht nur Preis abholen. Es bedeutete viel Arbeit, es war ein harter Wettbewerb mit besonderen Kollegen. Es war mein erster Preis, den ich gewann. Und die Freude war unglaublich!”

 

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