Landwerk

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Estherstraße 1, 66798 Wallerfangen, Deutschland
1 Estherstraße Wallerfangen Saarland 66798 DE

Nicht nur mir, sondern gleich mehreren Restaurantführern, etwa auch dem Gault & Millau, sind zwei junge Köche in diesem Jahr besonders aufgefallen. Aufgefallen durch ihre herausragende Leistungen. Einer von ihnen arbeitet im HotelRestaurant Landwerk in Wallerfangen. Sein Name ist Marc Pink. Und diesen Namen sollten Sie sich merken. Der junge Chefkoch hatte mich mit seinem Menu verzaubert. Anders kann ich es echt nicht beschreiben. Dieses Essen war die Visitenkarte eines ganz Großen. Seine auf solidem Handwerk aufbauende Kochkunst konzentriert sich auf das Wesentliche. Und dies auf dem höchsten Niveau! Und dies zelebriert er mit ganz viel Geschmack! Ohne Effekthascherei, ohne all das, was kein Mensch auf dem Teller braucht.

Wer ist dieser Marc Pink? Er erzählt mir seine Geschichte: „Bei mir gibt es nicht diese Geschichte, dass ich sagen kann, ich habe immer mit meiner Mutter am Herd gestanden. Das ist bei mir nicht so gewesen. Nach der Schule wusste ich nicht so recht, was ich machen sollte. Zu der Zeit hatte ich einen kleinen Nebenjob im Alten Pfarrhaus in Saarlouis.Neben der Schule. Das hatte mir gut gefallen, dort kam ich so auf den Geschmack. Mein Vater schlug mir dann vor: geh doch zu Klaus Erfort. Das sagte er wirklich! Ich konnte dort dann Praktikum und Schulpraktikum machen!“

Danach startete er im Gästehaus Klaus Erfort mit seiner Lehre.Das war 2006. Erfort achtet bei der Ausbildung seiner Jungköche immer sehr genau darauf, dass sie zuerst einmal die bodenständige Küche beherrschen. So kochte er anfangs das Personalessen für die Küchenbrigade. Eine gewisse Zeitarbeitete er dann auch in der Schlachthof-Brasserie. Er servierte dort die Klassiker wie Tartar und Schmorgerichte etwa. Doch im GästeHaus Klaus Erfort liegen die Wurzeln seiner großen Kochkunst. Marc Pink hält fest: „Ich habe Klaus Erfort ganz viel zu verdanken! Ich ging danach zu Harald Rüssel, dann zweieinhalb Jahre zu Sven Elversfeld nach Wolfsburg, für mich eine der größten Köche und Persönlichkeiten, die es in Deutschland gibt. Zu ihm kam ich durch Jan Hartwig, der damals mit mir bei Klaus Erfort gearbeitet hat. Dann ging ich zu Christian Jürgens, Restaurant Überfahrt. Dort arbeitete ich auf zwei Posten. In diesem Jahr bekam der Chef seinen dritten Stern. Als Jan Hartwig dann in München im Bayrischen Hof anheuerte, ging ich zu Jan Hartwig.“

Sollte es dem einen oder andern etwas zu schnell gegangen sein, Harald Rüssel an der Mosel hat einen Stern, alle andern hier erwähnten gehören zu der Creme de la Creme der deutschen Kochkultur und haben drei Sterne!

Seit 2016 ist er nun Küchenchef im Landwerk. Dieser Job wurde ihm im Alter von 25 Jahren angeboten. Im Landwerk kann er sich auch auf ein zuverlässiges und kompetentes Team verlassen. Dies ist sicherlich eine ganz große Stärke im Haus.

In seiner Küche arbeitet er mit einer kleinen Mannschaft. Er betont, er habe nur gute Leute in der Küche, die alle mit Leidenschaft und passioniertem Engagement arbeiten. Was ist seine Idee von guter Küche? Dazu hat er eine klare Meinung: „Wir versuchen eine leichte, moderne Küche zu kochen. Wir kochen auch nicht nur mit regionalen und saisonalen Produkten. Das machen wir nicht. Wir bedienen uns da schon einer sehr weiten Bandbreite. Das Anrichten ist mein eigener Stil, natürlich sind da auch Einflüsse meiner Lehrmeister dabei. Wir geben uns dabei sehr viel Mühe und wollen kleine Kunstwerke schaffen!“

Das kriegen sie zweifelsohne hin. Und dies mit großem handwerklichem Können. Der Geschmack steht im Mittelpunkt, zelebriert mit sehr guten Produkten und einem Schuss Genialität!

Verantwortlich für die Weine ist Restaurantleiter David Schaumberg. Im Saarland kein Unbekannter. Angefangen hatte er bei Jens Jakob im „Le Noir“, als dieser in der Mainzerstraße zuerst einen Stern und ein Jahr später zwei Sterne erkochte. 2016 ging er auf die Sommelierschule nach Koblenz. Später arbeitete er auf dem Weingut Dr. Siemens an der Saar. Danach ging er in den Weinhandel nach Stuttgart. Wechselte dann in Stuttgart in die Zirbelstube zu Kathrin und Denis Feix. Als seine Frau schwanger wurde, zog es die Familie zurück ins Saarland. Und er heuerte im Landwerk an. Ich habe an der Weinkarte nicht viel auszusetzen. Tolle Weine aus vielen Ländern Europas finde ich darauf.

Betreiber des Anwesens sind Christine Honecker und Patrick Lonsdorfer. Beide sind Geschäftsführer hier. Herr Lonsdorfer für das Administrative, Frau Honecker ist Architektin. Vor vier Jahren startete das Projekt, drei Jahre wurde gebaut, renoviert, verschönert. Die Hotelleitung liegt in den Händen von Jennifer Ehm. Sie erzählt mir von den Anfängen: „Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde damals von Villeroy und Boch gebaut. Später war es dann Café und Restaurant.2014 starte Frau Honecker mit der Sanierung. Ob in den Hotelzimmern, der Lounge oder im Restaurant, man erkennt überall ihre Handschrift. Sogar die Bilder an den Wänden hat sie gemalt!“

Plötzlich steht sie vor mir, Christine Honecker. Und sie erzählt mir gleich von ihrer Intention, dass dieses Haus heute so aussieht, wie wir es heute vorfanden: „Es ging mir in
erster Linie darum, eine Korrespondenz aufzubauen. Einen Dialog zwischen harten und weichen Materialien, zwischen alten Materialien und neuen. Wir haben dieses alte Restaurant mit sehr viel Mühe modernisiert. Doch wir brauchten mehr Platz. Also habe ich das in einen Neubau gestellt. Passend zum Saarland mit Industriecharme. Alles in Beton. Ein toller Werkstoff. War er schon immer, nur was ab und zu damit gemacht wird, ist unterschiedlich. Er strahlt etwas Monumentales aus. Das wollte ich für die Lounge nutzen. Mit viel Höhe. In der Lounge haben wir eine Leinwand installiert. Dort können Filme laufen, da können wir Musikveranstaltungen abbilden. Um den Gästen zu ermöglich, etwas ganz Neues zu erleben. Dann gibt es etwa einen alten Film mit Audrey Hepburn, Eiskonfekt und Popcorn. Wir haben hier viele Möglichkeiten“.

Ein sehr geschmackvoller Mittag ging zu Ende. Ich war sehr überrascht, was mir hier aufgetischt wurde! Begeistert! Auf der Heimfahrt dachte ich: „Die Sauce des Rehrückens, einfach phantastisch!“

Landwerk 1 Jahr.
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Anzahl Einträge 5

Ruhetage: Montag und Dienstag