Italian Delight Pastamanufaktur

Verifiziert von Rolf Klöckner
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Mainzer Straße 107, 66121 Saarbrücken, Deutschland
107 Mainzer Straße Saarbrücken Saarland 66121 DE

Hausgemachte Pasta-Spezialitäten

In der aktuellen Krise ein Geschäft aufzumachen, ist ein Wagnis. Im Falle der Saarbrücker „Pastamanufaktur” sind Idee und Bio-Qualität so gut, dass die Kunden bereits in der ersten Woche Schlange stehen.

Seit dem 8. Februar ist Saarbrücken um eine kulinarische Attraktion reicher. Am Montag vergangener Woche eröffnete Tina Bonaffini-Caputo ihre „Pastamanufaktur” in der Mainzerstraße 107. In ihre Pasta kommen ausschließlich natürliche Bio-Zutaten, und in diesem kleinen Laden können Kunden täglich zwischen gefüllten und ungefüllten Nudelvariationen wählen. Täglich werden frische, hausgemachte Bio-Pasta gefertigt, und in wenigen Minuten können die Kunden ihr warmes Essen mitnehmen. Serviert wird in umweltfreundlichen Mehrwegboxen.

Betrieben wird die „Pastamanufaktur” nicht von einer Anfängerin oder Quereinsteigerin. Die Betreiberin stammt aus dem Hause Bonaffini, die Familie betreibt seit Jahrzehnten in Bübingen das Hotel-Restaurant „Angelo”. Die Küche des „Angelo” ist beliebt bei vielen Feinschmeckern im Lande und weit über die Grenzen Bübingens hinaus bekannt. Dort wird mit Leidenschaft die italienische Küche gekocht. Der sorgfältige Umgang mit hochwertigen Produkten liegt hier sozusagen in der DNA der Betreiber. Dort hat Tina Bonaffini-Caputo gelernt, dass die Mischung es macht. Einerseits kochen mit typischen, traditionellen Rezepturen. Anderseits immer Neues und Innovatives einfließen zu lassen.

Am zweiten Tag nach der Eröffnung war ich dort, einem verregneten, kalten Dienstagnachmittag. Doch die Tür ging nicht mehr zu, zahlreiche Menschen kamen und gingen. Läuft, dachte ich. Die Chefin hatte in der Küche alle Hände voll zu tun, um verschiedenste Pastavariationen vorzubereiten. Was hat sie dazu bewogen, ausgerechnet in der größten Krise ihren Laden zu eröffnen? „Ich komme ja aus der Branche”, erzählt sie. „Eigentlich sogar aus zwei Branchen. Aus der Reiseverkehrsbranche, zurzeit eine Katastrophe. Und der Restaurantbranche, derzeit ebenfalls eine Katastrophe! Als ich vor ein paar Monaten in Kurzarbeit gegangen bin, fing ich an zu überlegen, was ich sonst so machen könnte? Und ich entschied für mich, wohin die Reise gehen soll.”

Kochen ist ihre Leidenschaft, und sie liebt Pasta. So entstand die Idee für eine „Pastamanufaktur”. Am nächsten Morgen fing sie an, diese Idee umzusetzen. Zuerst ging sie in die heimische Küche und probierte diverse Rezepte aus. Sie lud Freunde ein und holte sich deren Meinung ein. Die Resonanz war so positiv, dass sie sich sicher war, dass eine Manufaktur ein Erfolg werden könnte. Dabei half ihr der Zufall. Ihre Tochter wohnt in der Mainzerstraße, und bei einem Besuch sah sie den leer stehenden Laden. „Diese wunderschöne Front hat mich gleich angesprochen. Das Flair dieser Steinmauer war für mich der perfekte Ort, um hier mein Geschäft zu eröffnen.” So begann alles im September vorigen Jahres. Über die IHK belegte sie ein Existenzgründungsseminar, stellte einen Geschäftsplan auf und alles was dazu gehört. Corona entschleunigt uns alle, und so hatte sie auch genügend Zeit, sich alles bis ins Detail zu überlegen. Und das tat sie auch – von den Hygienemaßnahmen, über Rezepturen, Verpackungen, Etiketten. Alles ist wohl durchdacht. „Mir ist sehr wichtig, dass die Verpackungen nachhaltig sind. Ich will keinen zusätzlichen Plastikmüll produzieren. Ich sehe auch bei Kollegen, wie schwer das ist, gutes Essen in eine umweltfreundliche Verpackung zu bekommen.”

Immer wieder neue Nudelkreationen

Doch alle müssen umdenken bei diesem Thema. Es wird uns gar nichts anderes übrig bleiben. Sie recherchierte sehr lange, fand schließlich eine Lösung – umweltfreundlich und Mehrwegverpackung. In Köln sitzt die Firma Vytal, die ein solches System entwickelt hat. Die sind jetzt ihr Partner. Man kann sich bei ihnen die Boxen über eine App bestellen. Gleichzeitig kann man über diese App auch warmes Essen bestellen. Und wenn später viele in Saarbrücken mitmachen, wird es viele Möglichkeiten geben, diese Boxen zurückzubringen. Tina Tina Bonaffini-Caputo denkt nicht nach, sie denkt vor. Sie ist schon dabei, weitere Partner in Saarbrücken von diesem System zu überzeugen.

Im November 2020 unterschrieb sie den Mietvertrag und durfte renovieren, solange sie wollte. Der Vermieter bot ihr an, dass sie erst Miete bei Geschäftseröffnung bezahlen müsse. „Wir haben natürlich vieles selber gemacht. Es ist ja alles mit Kosten verbunden. Außerdem findet man auch nur schwer Handwerker.” Zusammen mit ihrer Freundin Marion Zimmermann hat sie monatelang renoviert. Etwa auch den Boden selbst verlegt. Hilfe kam lediglich von einer Schreinerei aus der Nachbarschaft. Kurz: Die Frauen haben ein einladendes Ambiente geschaffen.

Der Standort ist ideal. Familien kommen vorbei, die am Staden spazieren waren. Nachbarn holen sich jetzt ihr Mittagessen hier ab. Tina ist begeistert von all dem. Auch nach der Homeoffice-Zeit werden sicherlich viele Menschen, die in der Nähe arbeiten, hier ihr Mittagessen abholen, um sich dann in die schöne Natur am Staden zu setzen. Dort kann man eine wundervolle Mittagspause verbringen.

Aktuell hat Tina mehr als zehn trockene Pastasorten im Angebot – alle selbst gemacht natürlich. Etwa Campanelle, Fusilli, Casarecce und andere mehr. Ganz klassisch aus Hartweizengrieß und somit vegan, da ohne Ei. Aber sie hat auch Kastaniennudeln, Buchweizennudeln, Kichererbsennudeln oder Vollkornnudeln im Angebot. Und in den nächsten Monaten werden weitere Kreationen folgen. Sie sprüht nur so vor Ideen und setzt diese schnell um. Immer frisch und in der Theke anzuschauen sind ihre handgemachten Ravioli. Ich habe sofort Lust darauf bekommen und mir gleich welche für daheim mitgenommen. Bei unserem Besuch gab’s zudem Ravioli mit Spinat-Ricotta, der Klassiker, weiter eine Rote-Beete-Ravioli, mit Ricotta und Pesto gefüllt, zudem Räucherlachs-Ravioli, gefüllt mit einer Meerettichcreme und eine neue Weltneuheit – die Saarland-Ravioli. Darauf hat die kluge Italienerin auch ein Patent. „Hier sind grobe Hausmacherleberwurst, Hackfleisch, karamellisierter Apfel, etwas Sauerkraut und Kartoffeln drin”, erklärt sie. Das kommt dabei raus, wenn eine junge Frau in zwei großen europäischen Kulturen aufgewachsen ist: der italienischen und der saarländischen.

Saarland-Ravioli hat sie sich patentieren lassen

Auf die Idee zur Saarland-Ravioli kam sie auf dem Wintringer Hof. Dort geht sie gern spazieren, aber auch gern einkaufen. Die Produkte dort sind alle Bioland- zertifiziert. Zusammen mit dem Metzgermeister und der Chefetage des Hofes gab es bei einem Testessen zuerst drei Varianten. Schnell hat man sich jetzt auf diese Version festgelegt. Dazu gibt es in alter saarländischer Tradition eine Speckrahmsauce.

Jede Woche, groß auf einer Tafel, steht eine kleine, feine Auswahl an Gerichten. Jeder kann sich seine bevorzugte Nudelart und die dazu passende Sauce selber zusammenstellen. Etwa Tomatensugo oder Bolognese, mit Fleisch vom Wintringer Hof. Aber auch eine Linsenbolognese oder eine Sahnesauce mit Pesto. Die Möglichkeiten der Zusammenstellung verändern sich dauernd, da Tina Bonaffini-Caputo ständig neue Ideen hat.

Zusätzlich finden Kunden in diesem kleinen Schmuckstück aber auch besondere Weine aus Sizilien und der Toscana, Kaffee Puro aus fairem Handel, Balsamico aus Bliesgauer Obst, Produkte der Bliesgau Ölmühle und Produkte vom Wintringer Hof. Bei Tina Bonaffini-Caputo ist alles nachhaltig, umweltschonend, und mit dem Kauf des Kaffees wird auch der Regenwald wieder aufgeforstet. Mit mir hat sie einen neuen Stammkunden gewonnen.

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