Saarbrücker Genusstouren

Unsere Landeshauptstadt lässt sich ganz vielseitig erleben. Gerd Kühn, früher Betreiber des „Café Kostbar“, bietet heute ein kulinarisches Erkunden Saarbrückens an. Unser Gastro-Tester hat ihn begleitet.

Jasmin Hürter von „Kalinski“ präsentiert uns die Currywurst-Variante mit Ziegenkäse – Foto: Thomas Wieck

In den vergangenen Monaten wurde ich häufiger gefragt, ob ich wüsste, was aus den Betreibern des Restaurants „Café Kostbar“ nach dessen Schließung geworden ist. Nach kurzer Recherche wusste ich es und sagte dann: „Calogera, von allen Lily genannt, Lunetta und Gerd Kühn sind wieder sehr aktiv. Lily macht Backkurse und Gerd kulinarische Erkundungen der Stadt Saarbrücken auf vielfältige Weise.“ Lily kann man über Gerds Internetseite auch erreichen, falls sich jemand zu einem Backkurs anmelden will. Gerd Kühn selbst hat ein sehr interessantes Geschäftsmodell entwickelt, denn er macht Stadtführungen unter bestimmten Kriterien, je nach Gusto. Ob mit einem Glas Wein, kreativen Cocktails, buntem Street Food oder besonderer Veggie-Küche – jede Tour verbindet Geschmack, Begegnung und die besonderen Ecken der Landeshauptstadt. „Unsere Stadtführungen verbinden Kulinarik mit Geschichte, Insider-Wissen mit echten Lieblingsplätzen – und sorgen für unvergessliche Momente. Wählt eure persönliche Entdeckungsreise und erlebt Saarbrücken so, wie ihr es noch nie gesehen habt“, beschreibt er es selbst.

Auch vegetarische Tour im Programm

Eine seiner Touren wendet sich an alle Weinfreunde. „Saarbrücken ist ein kulinarischer Hotspot und umgeben von bedeutenden Weingebieten. Wir probieren auf dieser wunderbaren Genusstour repräsentative Weine. Die Teilnehmer dürfen sich auf ein ereignisreiches Tasting, viel Wissenswertes rund um den Weingenuss und auf eine spannende Stadtführung durch angesagte Viertel im Herzen von Saarbrücken freuen“, erklärt er. Und weiter: „Wir besuchen ausschließlich inhabergeführte Orte, kleine Läden, Kultkneipen und Weinbars mit ihren spannenden Geschichten und einem individuellen Ambiente. Unser Wein-Tasting ist die Attraktion für den Kurzurlaub, der willkommene Break für eine Geschäftsreise oder die Gelegenheit, als Saarländer die Hauptstadt mal anders zu erleben.“

Der Fotograf bevorzugte die Soße mit Ziegenkäse und war von ihr begeistert, schreibt unser Gastro-Kolumnist – Foto: Thomas Wieck

Eine andere Tour heißt „Cocktails, Kultur und Charme“. Kühn erzählt: „Auf dieser außergewöhnlichen Tour probiert Ihr Cocktails der fünf wichtigsten und coolsten Cocktailbars in Tasting-Größe. Genießt das Ambiente, erfahrt die spannenden Geschichten über Saarbrückens Nachtleben und lasst Euch von unseren Lieblings-Barkeepern verwöhnen. Werdet Teil des Saarbrücker Savoir-vivre, erkundet mit unserem Guide die historische Innenstadt mit ihren geschichtsträchtigen Plätzen und taucht ein in das entspannte Lebensgefühl des Nauwieser Viertels.“

Die nächste Tour ist die „Street Art und Food Tour“. Dabei geht es kreuz und quer durch die Saarbrücker Innenstadt, es geht um durchgeknallte Graffiti, mysteriöse Skulpturen, Vergängliches, Kurioses und nutzbare Kunstobjekte.

Peter Nguyen mixt in seiner Bar „Monsun“ einen Cocktail – Foto: Thomas Wieck

Die Teilnehmer werden dabei mit echtem Soulfood von den wirklich angesagten inhabergeführten Food-Stationen versorgt. Für Menschen, die fleischlos leben, gibt es die „Veggie Love und City Tour“. Die Planung: „Mit der Liebe zur vegetarischen und veganen Küche. Bunt, überraschend und kulinarisch spannend zeigen wir Saarbrücken aus einem ganz anderen Blickwinkel. Wir besuchen fünf inhabergeführte Genussstationen und probieren die unterschiedlichsten Veggie-Leckereien.“

Ich traf mich mit Gerd Kühn zuerst einmal zu einem grundsätzlichen Gespräch, bei dem wir beschlossen, eine kleine Tour zu machen. Diese gefiel mir so gut, dass ich mich etwas später für die „Street Art Tour“ angemeldet habe. Gerd Kühn hat wirklich sehr viel Besonderes zu erzählen, was selbst ich als geborener Saarbrücker nicht wusste. Beispiel: „Eine der meistunterschätzten Skulpturen in Saarbrücken steht auf der Bahnhofstraße in der Nähe von Karstadt an einem Lichtschacht. Von einem Künstler, der jahrelang in der Werkstatt von Picasso arbeitete. Die Skulptur steht da seit 1968.“ Und so ging es den ganzen Abend.

„Monsun“-Bar ist sehr beliebt

Der Cocktail „Rote Drachenfrucht“ mit zweierlei Rum – Foto: Thomas Wieck

Getroffen hatten wir uns im veganen Restaurant „Eden“, das in FORUM vor sechs Monaten (Ausgabe 41) bereits vorgestellt wurde. Dort gefiel es mir richtig gut, denn die Betreiber sind unglaublich freundlich und die Gerichte schmecken richtig gut. Die Betreiber haben das Restaurant auch selbst gestaltet und eingerichtet. Das „Eden“ bezeichnet seine Küche selbst als „Vegetarian Fusion Kitchen“, aber rund die Hälfte aller Gerichte auf der Karte sind vegan. Dabei besticht die Karte auch bei den veganen Gerichten mit einer großartigen Vielfalt. Egal, ob Green Goddess, Red Goddess oder Amber Goddess – alles überzeugt. Ob fruchtige Bowls oder der einmalige Crispy Rice – die veganen Gerichte verführen nicht nur die Herzen veganer Feinschmecker! Das „Eden“ ist eine Adresse, die Gerd auch auf seiner vegetarischen Tour vorstellt.

Wir zogen weiter, ich wollte ja viele seiner Themen kennenlernen. Er meinte, ich zeige Dir mal eine gute Cocktail-Bar. Auf dem Weg dahin erklärte er mir ganz beiläufig, wie das Wort Cocktail eigentlich entstanden ist. Wenn Sie es auch wissen wollen, einfach mal bei der Tour mitmachen. Der ganze Abend war überaus informativ, und ich merkte schnell: Gerd ist wirklich vom Fach und überzeugt mit hoher Kompetenz.

Der kulinarische Rundgang machte unter anderem Halt im Restaurant „Eden“ – Foto: Thomas Wieck

Wir steuerten die Bar „Monsun“ im „Hotel Leidinger“ an. Hier betreibt Peter Nguyen seine asiatische Bar „Monsun, Streetfood und Cocktails“. Nguyen kam als Kind nach Deutschland, nach Franken. Genauer gesagt nach Nürnberg, wo er eine Lehre als Restaurantfachmann und als Barkeeper absolvierte. Und er kann es, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Das hat Gerd Kühn gut ausgesucht! Im „Monsun“ tobt das Leben, es gibt in der Nähe zahlreiche kulturelle Angebote. Auch jede Menge Laufkundschaft, die für einen Cocktail mal vorbeischaut. Ebenso viele interessierte Hotelgäste, wie ich beobachten konnte. Dazu Menschen, die nach einem Restaurantbesuch noch vorbeischauen, oder andere, die nach einem Theater- oder Kinobesuch einen „Absacker“ an der Bar trinken wollen. Ich gönnte mir einen Cocktail mit Ingwer, und es war eine helle Freude, zuzuschauen, wie Peter Nguyen anfing, den Ingwer zu schälen und nach und nach einen wohlschmeckenden Cocktail daraus zu bauen. Bei ihm erlebe ich immer hohes Können mit viel guter Stimmung.

„Beste Currywurst Deutschlands“

Red Goddess im „Eden“: ein Bett aus Pink-Hummus, Bulgur, Cherrytomaten, Spitzpaprika und Kresse – Foto: Thomas Wieck

Anschließend steuerten wir den St. Johanner Markt an. Auf seiner „Street Art und Food Tour“ macht Gerd Kühn nämlich auch Station bei „Kalinski Wurstwirtschaft und Gin Bar“. Auf dem Weg erzählt er mir, „Kalinski“ sei entstanden, weil die Betreiber damals in Saarbrücken keine Rostwurstbude fanden, an der ihnen die Currysoße für die Currywurst geschmeckt hat. Also machten sie es selber, und dies mit großem Erfolg! Bei „Kalinski“ können die Gäste unter drei Soßen-Typen wählen, alle drei sind mit viel Sorgfalt zubereitet. Ich fragte mich schon oft, wenn ich im Ruhrgebiet, in Berlin oder Hamburg eine Currywurst aß, ob es vielleicht doch etwas mehr Mühe bedarf, als etwas Ketchup auf die Wurst zu spritzen und dann Currypulver darüberzustreuen? Ganz anders hier, denn einmal gibt es eine pikante Currysoße mit Zwiebeln und Petersilie – mein Favorit. Oder die Elsässer Currywurst mit Schinken und Crème fraîche. Der Fotograf bevorzugte die Soße mit Ziegenkäse und war begeistert!

Gerd Kühn hatte die Idee, Menschen die Landeshauptstadt mit ganz anderen Führungen nahezubringen – Foto: Thomas Wieck

„Kalinski Wurstwirtschaft und Gin Bar“ gehört inzwischen längst zu den bekanntesten Imbissen deutschlandweit und wurde bereits mehrfach für seine außergewöhnliche Qualität ausgezeichnet. Besonders hervorzuheben ist die Auszeichnung zur „besten Currywurst Deutschlands“, die der Wurstwirtschaft von der „Süddeutschen Zeitung“ zugeschrieben wurde. Zudem erhielt Kalinski vom Gourmetmagazin „Falstaff“ im Jahr 2023 den Titel „beste Currywurst Westdeutschlands“. Eine der bedeutendsten Ehrungen ist jedoch die Auszeichnung als „Restaurant des Jahres 2025“ über den Eats Awards, bei der sich das Lokal gegen zahlreiche Konkurrenten durchsetzen konnte. Diese Preise zeigen, dass „Kalinski“ nicht nur ein einfacher Imbiss ist, sondern für höchste Qualität, Kreativität und moderne Streetfood-Kultur steht.

Die Tour mit Gerd Kühn durch Saarbrücken hat mich wirklich begeistert, und es war ganz sicher nicht meine letzte! Probieren Sie es auch einmal aus.

Info

Saarbrücken erleben

Gerd Kühn

Telefon 01512-9680474

www.saarbruecken-erleben.de

info@saarbruecken-erleben.de

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